KONZEPT

Wir verstehen uns als einen vielfältigen, klein strukturierten Bauernhof. Wir betreiben Landwirtschaft und Gartenbau auf eine Weise, die den Boden, unser wichtigstes Gut, aufbaut und nährt. Den Einsatz von synthetischen Kunstdüngern und Pflanzenschutzmitteln lehnen wir ab. Stattdessen bedienen wir uns aus verschiedensten Werkzeugkästen, so nutzen wir bspw. Methoden und Prinzipien der Agrarökologie, Permakultur, der biologische dynamischen Landwirtschaft, Agroforstwirtschaft, des Holistic Management und des Whole Farm Planning. Außerdem experimentieren wir gern und probieren viel aus. Unsere Prämisse ist es, nicht nur nachhaltig zu wirtschaften, was bedeutet die Ressourcen eines Systems zu erhalten. Wir gehen noch einen Schritt weiter und versuchen Ressourcen aufzubauen. Ein Konzept was sich Regenerative Landwirtschaft nennt.

Zu unserem Konzept gehören neben dem Gemüsebau auch mehrjährige Kulturen, wie Bäume und Sträucher. Diese schließen in unserem Ökosystem eine Nische, erweitern den Nährstoffkreislauf und beeinflussten das Mikroklima auf optimale Weise.

Zusammen mit unserer Tierhaltung  ergeben sich Synergieeffekte mit den mehrjährigen Strukturen, den Bäumen, aber auch den mehrjährigen Grünlandgesellschaften.

Wir möchten zeigen, dass Landwirtschaft im 21. Jahrhundert nicht zwangsläufig von der Vorstellung von Profitmaximierung ohne Rücksicht auf die ökologischen Effekte geprägt sein muss. Wir streben es an, die Ökologie, das Soziale und die Ökonomie in Balance zu bringen. Nur so können wir eine Landwirtschaft betreiben, die auch die Generationen nach uns noch gesund (auf diesen drei Ebenen) und lebendig sein lässt. Wir sehen uns als Teil einer Wandelbewegung, sehen aber davon ab als Insellösung dargestellt zu werden.

VERMARKTUNG

Wir versuchen auch in der Vermarktung unserer Erzeugnisse ausgetretene Pfade zu verlassen und setzen auf ein solidarisches Miteinander und den direkten Kontakt zum Verbraucher. Außerdem arbeiten wir auch gerne mit einigen Gastronomen zusammen, die die Qualität unserer Produkte zu schätzen wissen.

Zertifizierung

Unser Betrieb ist Bio-zertifiziert, jedoch streben wir vorrangig eine Zertifizierung durch unsere Abnehmer an. Wir geben im Rahmen verschiedener Veranstaltungen die Möglichkeit, uns kennen zu lernen, wir erzählen gerne über unsere Arbeitsweise und freuen uns wenn Leute sich aktiv einbringen und wir so unser Wissen und unsere Erfahrungen weiter geben können. Wir arbeiten gerne nach unseren eigenen Vorstellungen und möchten zusätzlichen bürokratischen Aufwand vermeiden.

Gartenbau

Unser Gemüsebau kommt dem Konzept der Marktgärtnerei, auch als Market Gardening oder biointensiver Anbau bekannt, sehr nahe. Das ist eine Wirtschaftsweise, die ihren Ursprung in Frankreich des 18. Jahrhunderts hat. Biointensiv bedeutet, dass die Fläche durch Optimierung der Pflanzabstände viel Ertrag auf kleiner Fläche bringt. Da wir uns von den Standards, welche große und schwere Maschinen vorgeben, lösen und vorrangig mit der Hand und einem Einachs-Trecker arbeiten, können wir die eine Produktivität auf kleiner Fläche realisieren und gleichzeitig die Bodenverdichtung stark minimieren. Auf Arbeiten mit dem Pflug verzichten wir vollständig. Wir arbeiten mit Dauerbeeten, welche die Bewirtschaftung erleichtern und zur Bodenschonung beitragen.

Bodenregeneration

Bei uns dreht sich viel darum, den Boden aufzubauen, denn nur ein gesunder Boden bringt gesunde Lebensmittel höchster Qualität hervor. Deshalb zielt unsere Arbeit darauf ab, Humus aufzubauen. Um das zu erreichen bedienen wir uns verschiedenster Techniken. Wir versuchen den Boden möglichst ganzjährig bewachsen zu halten. So sind die Beete innerhalb einer Saison mit verschiedenen Kulturen mehrfach besetzt. Wir arbeiten außerdem mit Zwischenfrüchten und Untersaaten. Weitere wichtige Bestandteile sind der Einsatz von Flächenrotte und die Kompost- sowie die Mulchwirtschaft. Wir streben eine ausgeglichene Nährstoffversorgung und -mobilisierung im Boden an, sodass es den Pflanzen an nichts fehlt. Durch Das Ausbringen von Komposttees können wir die Mikrobiologie im Boden positiv beeinflussten und ein stabiles Gefüge im Boden begünstigen.

Unsere fleißigsten Mitarbeiter sind die Regenwürmer. Auch Bienen, Hummeln und Schmetterlinge fühlen sich bei uns wohl. Wir legen Blühsteifen und Schnittblumenbeete an – nicht nur fürs Auge, sondern vor allem für unseren kleinen Helfer im Garten. Für uns ist es selbstverständlich, nicht nur Nahrung für Menschen anzubauen, sondern gleichermaßen für unsere umgebende Fauna einen Lebensraum und ein Nahrungsangebot zu schaffen.

Agroforstwirtschaft

Agroforstwirtschaft ist ein Landnutzungssystem, dass Landwirtschaft mit dem Anbau mehrjähriger Gehölzkulturen auf der selben Fläche verbindet. Inspiriert sind diese Systeme direkt von der Natur, in welcher Gehölze Bestandteil der natürlichen Sukzession ist und dem Ökosystem mehr Stabilität und Anpassungsfähigkeit verleiht. Für uns bieten Agroforstsysteme ein großes Potenzial. Als Produzent von Sauerstoff wirken Bäume als CO2 Speicher und so dem Klimawandel entgegen. Sie beeinflussen das Mikroklima – spenden Schatten und stoppen den Wind, wodurch sie auch der Erosion entgegenwirken. Das macht Bäume helfen den Nährstoffkreislauf zu schließen, indem sie mit ihrem tiefen Wurzelwerk Nährstoffe auf tiefen Schichten mittels des Laubabwurfs an die Oberfläche bringen.

Bäume sind darüber hinaus wichtiger Bestandteil bei der Haltung unserer Tiere. Nicht nur unsere Nutztiere profitieren von Gehölzstrukturen, sie sind ein wichtiger Aspekt beim lokalen Biotopverbund und bieten durch die Strukturvielfalt vielen Wildtieren einen Lebensraum. In Form von Obstbäumen liefern sie, als wäre das alles nicht schon genug, auch noch Lebensmittel.

Wir möchten unseren Hof zukünftig noch mehr mit Gehölzen strukturieren und so die Agroforstwirtschaft als zentralen Aspekt im Hof-Organismus integrieren.

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