Regenerative Landwirtschaft – wie wir auf dem Hof arbeiten
Regenerative Landwirtschaft – das klingt technisch, ist aber im Kern einfach: Wir wollen den Boden nach unserer Arbeit besser hinterlassen als wir ihn vorgefunden haben. Alles, was wir tun, dient diesem Ziel. Hier geben wir dir einen ehrlichen Einblick, wie das konkret aussieht.

Bodenaufbau als Grundprinzip
Zentraler Bestandteil unserer Arbeit ist der Bodenaufbau. Nur ein gesunder, fruchtbarer Boden bringt gesunde Lebensmittel höchster Qualität hervor. Deshalb versuchen wir den Boden möglichst ganzjährig bewachsen zu halten – mit Zwischenfrüchten, Untersaaten und einer durchdachten Kompost- und Mulchwirtschaft. Maschineneinsatz halten wir so gering wie möglich, um Bodenverdichtung zu vermeiden.
Unsere fleißigsten Mitarbeiter sind die Regenwürmer und alle anderen Bodenlebewesen. Durch den Einsatz von Komposttees können wir die Mikrobiologie im Boden positiv beeinflussen und ein stabiles Bodengefüge begünstigen.

Marktgärtnerei – viel Ertrag auf kleiner Fläche
Der Anbau unseres Feingemüses folgt den Prinzipien der Marktgärtnerei, auch bekannt als Market Gardening oder biointensiver Anbau. Diese Wirtschaftsweise hat ihren Ursprung im Frankreich des 18. Jahrhunderts und wurde in Nordamerika weiterentwickelt.
Das Grundprinzip: Durch hocheffiziente Arbeitsabläufe und optimale Raumausnutzung lässt sich viel Ertrag auf kleiner Fläche erwirtschaften. Handarbeit wird dem Maschineneinsatz bevorzugt, wodurch der Boden weniger verdichtet wird. Unsere Beete sind sogenannte Dauerbeete – einmal angelegt, wird dort im nächsten Jahr keine Maschine fahren. Alle Beete haben dasselbe Maß: 80 cm breit, 20 m lang. Das erleichtert den Einsatz von Kulturschutznetzen, -vliesen und Beregnungstechnik erheblich.

Agroforstwirtschaft
Agroforstwirtschaft verbindet Landwirtschaft mit dem Anbau mehrjähriger Gehölze auf derselben Fläche – inspiriert von natürlichen Ökosystemen, in denen Gehölze für Stabilität und Anpassungsfähigkeit sorgen.
Für uns bieten Agroforstsysteme enormes Potenzial: Bäume wirken als CO₂-Speicher, beeinflussen das Mikroklima, spenden Schatten, stoppen Wind und wirken Erosion entgegen. Mit ihrem tiefen Wurzelwerk bringen sie Nährstoffe aus tieferen Schichten an die Oberfläche. Sie bieten Lebensraum für Wildtiere, profitieren unsere Nutztiere – und liefern nebenbei noch Lebensmittel in Form von Obst. Wir möchten den Hof zukünftig noch weiter mit Gehölzstrukturen durchziehen.

Bio-zertifiziert – und mehr
Unser Betrieb ist EU-Bio-zertifiziert. Einem Anbauverband sind wir bewusst nicht angeschlossen – denn unsere eigenen Ansprüche gehen weit über die gesetzlichen Biorichtlinien hinaus.


Vielfalt & Blühstreifen
Wir legen Blühstreifen und Schnittblumenbeete an – nicht nur fürs Auge, sondern vor allem für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Für uns ist es selbstverständlich, nicht nur Nahrung für Menschen anzubauen, sondern gleichermaßen für die umgebende Fauna einen Lebensraum zu schaffen.

Regenerativ statt nur nachhaltig
Nachhaltig bedeutet, Ressourcen zu erhalten. Regenerativ bedeutet, sie aufzubauen. Wir gehen diesen einen Schritt weiter: Humusaufbau, gesunde Böden, geschlossene Kreisläufe – und damit ein kleiner, konkreter Beitrag gegen den Klimawandel. Wir sehen uns als Teil einer Wandelbewegung, die zeigen will, dass Landwirtschaft im 21. Jahrhundert nicht von Profitmaximierung auf Kosten der Ökologie geprägt sein muss..